Aktuelles

17.09.2021

20 Jahre Tafel Friedrichshafen

Am 22. Juni 2001 wurde die Tafel Friedrichshafen offiziell gegründet. Seit 20 Jahren unterstützt sie nun schon Menschen, die nur über wenig Geld verfügen, mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. 20 Jahre lang rettete sie aber auch qualitativ gute aber nicht mehr ganz frische Lebensmittel vor dem Wegwerfen. Grund genug für die Tafel Friedrichshafen und ihre Mitarbeiter, am 17. September Menschen, die die Tafel in diesen Jahren begleitet und unterstützt haben, zu einem Empfang ins Haus der kirchlichen Dienste einzuladen, wo etliche kurzweilige und brillante Reden gehalten und großzügige Spenden in Empfang genommen wurden.

26.06.2021

Trotz Corona – auf die Tafel Friedrichshafen ist Verlass

Die letzten zwölf Monate waren nicht immer einfach für die Tafelmitarbeiter und ihre Kunden, wie ihr Vorsitzender, Dieter Stauber, anlässlich der Mitgliederversammlung der Tafel Friedrichshafen betonte. Corona dominierte den laufenden Tafelbetrieb. Doch rückblickend ist der Vorsitzende voll Lob für Kunden und Ehrenamtliche, denn alle haben den schwierigen Spagat geschafft und sich weitgehend an die Corona-Auflagen gehalten. Für die äußeren Bedingungen hatte der Vorstand gesorgt: Zwei Luftreiniger, ein Desinfektions-Spender, genügend Hygienematerial, ausreichend Mund-Nasen-Masken, sowie Schnell-Tests für Mitarbeiter, Abstandshalter auf Boden und Spuckschutz-Trennwände vor Theken sorgen für größtmöglichen Schutz der ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter. Während der Feiertage um Weihnachten und Neujahr herum versorgten Vorstandsmitglieder, initiiert durch eine Aktion des Landratsamtes, eine sechsköpfige Familie in Quarantäne mit notwendigen Lebens- und Hygieneartikeln.

Der Tafelvorstand, bestehend aus sieben Mitgliedern – darunter auch je eine Vertretung der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Stadt – treffen sich monatlich, um die Belange der Tafel zu besprechen. Nach dem Abschied von Diakon Ulrich Föhr wurde auf der Versammlung Stadtdiakon Martin Rebmann als Vertreter der katholischen Kirche im Vorstand begrüßt.

Auch heute noch wird streng auf die Corona-Regeln im Tafel-Laden geachtet. Um den Abstand einzuhalten, dürfen nach wie vor nur vier Kunden gleichzeitig im Laden sein. Der Einlass ist nur mit einem Tafel-Ausweis oder der Häfler-Karte erlaubt. Etwa 60 Menschen suchen täglich Hilfe zu ihrem Lebensunterhalt in der Tafel, wo zum minimalen Preis Lebensmittel und Hygiene-Artikel angeboten werden.

Allein durch den Verkauf der gespendeten Ware kann die Tafel aber nicht einmal ihre Fixkosten finanzieren. Umso mehr ist sie auf Sach- und Geldspenden und auf ihre zuverlässigen Lebensmittel-Partnergeschäfte angewiesen. Etwa 17 Discounter sowie Super- und Fachmärkte bieten der Tafel regelmäßig noch qualitativ gute Lebensmittel an, deren Mindesthaltbarkeitsdatum oft kurz vor dem Ablauf oder gerade erst abgelaufen ist und sonst auf dem Müll landen würden. Auch kleinere Spenden, wie Taschen voller Lebensmittel oder Drogerie-Artikel, erreichen die Tafel. Besonders dankbar ist der Tafel-Verein für ganz spezielle Spenden, die den Tafelmitarbeitern die Arbeit sehr erleichtern, wie das neue Liefer- und Kühlfahrzeug, ein Kangoo Rapid Maxi, oder einen Zuschuss für einen neuen PC mit Zubehör. Dieter Stauber bedankte sich für die Großzügigkeit aller Spender für die Tafel, denn davon profitieren letztendlich die Menschen, die am Nötigsten Hilfe brauchen.

Der Vorsitzende blickt zurecht stolz auf das vergangene Jahr zurück, denn sowohl der Tafel-Vorstand als auch die 25-30 ehrenamtlichen Mitarbeiter haben ihr Bestes gegeben, den laufenden Tafelbetrieb unter all diesen schwierigen Bedingungen aufrecht zu erhalten. Sie alle freuen sich über die große Hilfe und Anerkennung aus der Bevölkerung und von der Stadt.

Ausdrücklich bedankte sich Dieter Stauber nochmals bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern, denn ohne die engagierte Arbeit jedes einzelnen wäre ein Betrieb wie der Tafel-Laden nicht in diesem Umfang möglich und der Inhalt eines manchen Häflers Kühlschrank deutlich geringer gefüllt.


Die Damen von der Freitagsschicht der Tafel ruhen sich kurz aus
(von links) Elke Rumpf, Gabi Kuhnhäuser, Petra Kornell, Brigitte Sauter

06.06.2021

Kunden spenden für die Tafel

Unter dem Motto „Kauf eines mehr!“ haben Mitglieder des Tafel-Vorstandes vor dem Kaufland Manzell Kunden gebeten, Lebensmittel oder Hygieneartikel für die Tafel mitzukaufen. Die Spendenbereitschaft war großartig, so dass sich die Tafel Friedrichshafen über zwölf Kisten mit den verschiedensten Produkten freuen konnte. Zudem spendeten die vier Kaufland-Filialen von Manzell, Bodenseecenter, Eriskirch und Tettnang nochmals Nahrungsmittel im Wert von über 900 Euro. Auch in Zeiten der Pandemie kann die Tafel so 
noch besser Menschen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind und wenig Geld zur Verfügung haben. 

05.05.2021

Die Tafel sucht Fahrer

Etwa 16 Supermärkte, Discounter, Metzger- und Bäckerläden in Friedrichshafen spenden regelmäßig der Tafel Waren, die vielleicht äußerlich nicht mehr so perfekt, aber noch einwandfrei sind. Diese Waren müssen täglich mit tafeleigenen Fahrzeugen abgeholt werden. Rund 25 Ehrenamtliche engagieren sich zurzeit in der Tafel in Friedrichshafen, 18 davon sind Frauen. „Der Laden läuft gut“, wie der Tafelvorsitzende Dieter Stauber erklärt, „Was uns aber dingend fehlt, sind Fahrer oder Beifahrer, die die Waren abholen. Ohne Waren können wir den Laden dichtmachen.“ Deshalb appelliert der Vorsitzende an Bürger aus Friedrichshafen oder Umgebung: „Wenn Sie eine sinnvolle ehrenamtliche Mitarbeit suchen, sich auch mal zutrauen einen Sprinter zu fahren und kräftig zupacken können, dann sind sie bei der Tafel Friedrichshafen richtig.“

18.02.2021

08.02.2021

17.12.2020

Beide Artikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 17.12.2020

15.09.2020

Masken für einen guten Zweck

Die Firma Maucher Formenbau GmbH&Co.KG mit Sitz in Meckenbeuren leistete einen Beitrag zur Corona-Hilfe auf eine ganz besondere Art. Nachdem sie ihren Produktionsbetrieb coronabedingt herunterfahren musste, begann sie im Februar 2020, aus verschiedenen Kunststoffstücken Masken herzustellen. Allen Problemen zum Trotz, wie bei der Materialbeschaffung, als es z.B. plötzlich keine Gummibänder mehr zu kaufen gab, wurden in den nächsten Monaten bei der Firma Maucher 200 000 Mund-Nasen-Schutzmasken hergestellt. „Wir hatten viel Spaß dabei und konnten etwas Gutes tun“, erklärte dazu der Eigentümer und Geschäftsführer der Firma Maucher und versprach Peter Strittmacher den beiden Tafeln aus Friedrichshafen und Tettnang sowie dem Tierheim eine großzügige Spende, die aus dem Erlös eben dieser Masken stammt.

Spendenübergabe an die Tafeln FN und TT und das Tierheim

04.08.2020

Gut gekühlt vom Geschäft zum Laden. Ein neues Fahrzeug für die Tafel Friedrichshafen

von links nach rechts: Ines Weber (Vertr. der Stadt FN), Alexander Sehner (Autohaus Sehner), Thomas Stauber (Vorstand der Stiftung der Voba, FN-TT), Karin Maric (Schriftführerin Tafel), Dirk Bogen (Vorstand der Stiftung der Voba, FN-TT), Dagmar Neuburger, (Vertr. der ev.Kirche), Elke Rumpf, (stellvertr. Vorstand), Dieter Stauber, (Vorstand), Uli Föhr (Vertr. kath. Kirche.

Mit großer Freude haben die Vorstandsmitglieder der Tafel Friedrichshafen ein neues Kühl-Fahrzeug entgegengenommen, das ihnen Dirk Bogen und Thomas Stauber, Mitglieder des Vorstands der Stiftung der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang, sowie Alexander Sehner vom Autohaus Sehner übergaben. Der neue Kangoo Rapid Maxi ist ein Lieferfahrzeug mit seitlichen Schiebe- und Hecktüren zum bequemen Be- und Entladen. Mit seinen ca. 4000 Liter Laderaumvolumen und einer Zuladung von 580 Kilogramm bietet das neue Kühlfahrzeug genügend Platz, um täglich Lebensmittel oder Hygieneartikel für die Tafel Friedrichshafen abzuholen. Rund 20 Supermärkte, Discounter, Metzgereien oder Bäckereien fahren die Tafel-Mitarbeiter auf ihren Touren ab, um die oft schon abgelaufenen aber qualitativ noch einwandfreien Waren, wie zum Beispiel Wurst, Obst, Gemüse oder Molkereiprodukte, zum Tafel-Laden zu transportieren. Mit dem neuen Kühlfahrzeug ist der Transport unter hygienisch einwandfreien Bedingungen und der Einhaltung der Kühlkette möglich. Die Waren können in einem guten Zustand an all die Menschen im Laden in der Keplerstraße 27 weitergeben werden, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind

Mitgliederversammlung Juli 2020

Links: Die beiden ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Thomas Fastnacht und Renate Köster
Rechts: Der aktuelle Vorstand der Tafel Friedrichshafen: Dieter Stauber (Vorsitzender, Stadtdiakon Ulrich Föhr (kath. Gesamtkirchengemeinde), Elke Rumpf (stellv. Vorsitzende)Ines Weber (Leiterin Sozialamt), Karin Maric (Schriftführerin), Sabine Lienhard (Kassiererein)

Alter Wasserschaden, neue Vorstandsmitglieder, aktueller Corona-Betrieb mit Hygiene-Konzept

Das letzten 12 Monate waren turbulent für die Tafel Friedrichshafen, wie ihr Vorsitzender Dieter Stauber auf der diesjährigen Mitgliederversammlung erklärte. Die Beseitigung der Folgen eines schweren Wasserschadens von Ende 2018 in den neuen Tafel-Räumlichkeiten dauerte noch weit in das Jahr 2019 hinein an. Abschließend konnte dieses Frühjahr auch der Kellerboden im Rahmen eines Azubi-Projektes von einer Fliesen-Firma neu gefliest und das Kellergeschoss nun auch als Lager genutzt werden.

Im März war auch die Tafel von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Bei zurückgehenden Besucherzahlen meldeten sich gleichzeitig viele der rund 25 ehrenamtlichen Mitarbeiter für unbestimmte Zeit ab, da sie aufgrund einer Vorerkrankung oder ihres Alters zur Risikogruppe zählen. Zudem fehlten Schutzvorrichtungen und Hygieneartikel. Vom 30. März an blieb die Tafel deshalb bis 04. Mai geschlossen. In dieser Zeit wurden ausreichend Hygienematerial, z.B. Desinfektionsmittel und Mund-Nasenschutz, besorgt und Spuckschutzwände – dank städtischer Hilfe – für die Kasse und die Kühltheke eingebaut sowie Abstandsmarkierungen auf die Böden geklebt.

Die Wiedereröffnung des Tafel-Ladens Anfang Mai fand innerhalb der Stadt große Zustimmung. Die fehlenden ehrenamtlichen Mitarbeiter wurden teilweise durch freiwillige Mitarbeiter von der Stadtverwaltung ersetzt, die tatkräftig den Tafel-Laden, vor allem bei der Einlass-Kontrolle, unterstützten. Dieter Stauber lobte ausdrücklich die Disziplin unter den Kunden und den Mitarbeiterinnen bezüglich der Maskenpflicht und der Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln.

Der Tafel-Vorsitzende ist zuversichtlich, „dass wir nun anhand der geänderten Abläufe, der Gewöhnung an die neue Situation und dank der Unterstützung der Stadt, den Tafel-Betrieb dauerhaft aufrechterhalten können.“ Sehr dankbar ist die Tafel auch für all die Sach- und Geldspenden, die regelmäßig eingehen, denn deutsche Tafeln arbeiten vorwiegend spendenfinanziert. „Allein durch den sehr günstigen Verkauf der Lebensmittel, die eher zu einem symbolischen Preis an unsere Kunden weitergereicht werden, kann die Tafel Friedrichshafen nicht einmal die Fixkosten finanzieren.“  

Als weiterer Punkt auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung standen Neuwahlen an. Nach über 19 Jahren Vorstandsarbeit seit der Tafel-Gründung 2001, seit 2004 als Vorsitzende und seit 2016 als stellvertretende Vorsitzende schied Renate Köster und nach elf Jahren als Kassenwart schied Thomas Fastnacht aus der Vorstandsarbeit aus. Der neue geschäftsführende Vorstand der Tafel Friedrichshafen e.V. wurde wieder für zwei Jahre gewählt. Neben den bestehenden Vorstandsmitgliedern Dieter Stauber (Vorsitzender) und Elke Rumpf (stell. Vorsitzende) wurden neu Sabine Lienhardt (Kassiererin) und Karin Maric (Schriftführerin) gewählt. Weiterhin gehören laut Satzung zu den ständigen Mitgliedern als Vertreterin der Stadt, die Leiterin des Sozialamtes, Ines Weber, als Vertreter der katholischen Gesamtkirchengemeinde, Stadtdiakon Ulrich Föhr, und als Vertreterin der evangelischen Gesamtkirchen-Gemeinde, Dagmar Neuburger.
Der neue gewählte Vorstand hofft auf weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit sind, regelmäßig von ca. 8:00 Uhr bis 12.30 Uhr beim Herrichten und Verkauf der Waren mitzuhelfen und dadurch Menschen mit geringem Einkommen einen günstigen Lebensmitteleinkauf zu ermöglichen sowie generell der Lebensmittelverschwendung etwas entgegenzusetzen. Getreu dem Motto: „Lebensmittel retten – Menschen helfen!“


Kinder beschenken Kinder in der Tafel

16.09.2018

Neu-Eröffnung der neuen Tafel

 

Landrat Lothar Wölfle, Bürgermeister Dr. Stefan Köhler und der Vorsitzende der Tafel Friedrichshafen, Dieter Stauber,  anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen Ladengeschäftes.

Endlich ist es geschafft. Der neue Tafelladen ist fertig. Kunden und ehrenamtliche Mitarbeiter fühlen sich in diesen neuen Räumen sehr wohl. Die  Arbeitsbedingungen der Ehrenamtlichen haben sich deutlich verbessert. Die Kunden, darunter auch viele alte Menschen mit Rollator, besuchen nun ein barrierefreies Ladengeschäft, in dem mehr Waren und unterschiedlichste Produkte  angeboten werden. Die hellen großen Räume sind nicht nur mit neuen sehr praktischen Möbeln, wie zum Beispiel einer Gemüseinsel, ausgestattet, hier gibt es jetzt auch einen großen Vorbereitungsraum, zwei kombinierte Kühlzellen, eine separate Warenanlieferung und ein eigenes Lager im Kellergeschoss.

Der Umzug, Renovierungsarbeiten und wichtige Einbauten im neuen Tafelladen haben die Tafel Friedrichshafen rund 70.000 € gekostet. Eine solch hohe Summe könnte der Tafelverein niemals aufbringen, hätte er nicht ein zweckgebundenes Vermächtnis von über 53.000 € von einem verstorbenen Spender erhalten. Dieses Geld hat die Tafel solange für ein neues Ladengeschäft zurückgelegt, bis sie die passenden Räumlichkeiten in der Keplerstraße gefunden hatte. Auch wenn die Architekten die Planungen ehrenamtlich vorgenommen und einige Handwerker günstiger ihre Arbeiten angeboten haben, wäre ohne die Rücklagen aus dem Vermächtnis  der Umzug in dieses große helle Ladengeschäft niemals möglich gewesen. Knapp die Hälfte der Kosten musste für die Anschaffung von zwei neuen Kühlräumen verwendet werden, denn der alte Kühlraum war nicht mehr funktionsfähig. Das Vermächtnis konnte so im Sinne des Verstorbenen sinnvoll verwendet worden.

Die Tafel ist weiter auf Geldspenden angewiesen, denn mit dem Erlös aus dem Verkauf sehr günstiger Lebensmittel kann sich der Laden nicht selbst finanzieren. Deshalb freute sich der Vorsitzende, Dieter Stauber, sehr über eine großzügige Zuwendung von 10.000 € von Oberbürgermeister Andreas Brand, welche Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen, der Tafel anlässlich der Eröffnung überreichte.

Die Tafel bedankt sich sehr herzlich bei ihren Geld- und Warenspendern, durch deren Engagement dieser Laden erst möglich ist.

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Verblüffende Zahlen von der Tafel

Über 1150 Menschen werden unterstützt, aber zu wenig ehrenamtliche Mitarbeiter

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Ohne Ausweis geht in der Tafel gar nichts – Die meisten Kunden finden das gut.

Wie viele Kunden kommen täglich zur Friedrichshafener Tafel und wie viele Tafelausweise sind eigentlich im Umlauf?

Seit 15 Jahren gibt es nun schon die Tafel in der Hofener Straße in Friedrichshafen, die täglich von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr (Samstag bis 12:00 Uhr) geöffnet ist und Menschen, die nur über sehr wenig Geld verfügen, mit den nötigsten Lebensmitteln unterstützt. Diese Waren, überschüssige aber noch gute Spenden, werden jeden Tag aufs Neue von den Mitarbeitern der Tafel in Supermärkten, Bäckereien und anderen Geschäften eingesammelt, im Laden aufbereitet und für sehr wenig Geld, einem eher symbolischen Betrag, an die Kunden verkauft. In dem Laden darf nur einkaufen, wer einen Tafelausweis hat, also nachweislich über ein sehr niedriges oder gar kein Einkommen verfügt. Der Ausweis wird zum Beispiel im Sozialamt, bei der Caritas, der Sozialdiakonie oder im Landratsamt ausgestellt.

Die Mitarbeiter der Tafel wollten es genau wissen und erfassten alle Ausweise, die vom 30.5.2016 bis zum 6.12.2016 im Laden der Tafel vorgelegt wurden. Die erste Auswertung dieser knapp sieben Monate war verblüffend. Täglich kommen circa 75-92 Menschen zur Friedrichshafener Tafel. 440 Tafelausweise wurden erfasst. Außer dem Namen der Ausweisinhaber und der Anzahl der Personen, die in diesem Haushalt leben, wurde auch das Herkunftsland notiert. Da staunten selbst die Tafelmitarbeiter nicht schlecht. Über 1.150 Personen werden von der Tafel unterstützt, davon ca. 435 Kinder unter 18 Jahren. Durchschnittlich profitieren 225 Menschen täglich von der Tafel. Die meisten Kunden sind Deutsche und Syrer.

Nicht immer verlassen die Kunden auch zufrieden den Laden der Tafel. Da das Warenangebot ausschließlich aus Spenden besteht, ist es natürlich schwankend. Mal gibt es keine Nudeln, mal keine Wurst, mal sind nur sehr wenig Milchprodukte im Kühlregal. Deshalb kann die Tafel diese vielen Menschen, die sich oft in einer Notsituation befinden, nicht vollständig versorgen. „Die Tafel ist kein Ersatz zum Einkauf im Supermarkt, aber sie ist eine wertvolle Ergänzung zum Lebensunterhalt“, erklärt zu diesem heiklen Thema der Tafel-Vorsitzende, Dieter Stauber, der sich im letzten halben Jahr oft genug auch persönlich ein Bild davon machte. Und er hat ein zweites wichtiges Anliegen. Immer wieder braucht die Tafel auch neue Mitarbeiter, um den Betrieb, so wie er heute funktioniert, am Laufen zu halten. Nur etwa 25 Ehrenamtliche arbeiten zur Zeit in festen Schichten in der Tafel und das führt oft genug zu Engpässen. Deshalb werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die bereit sind, sich einen Tag in der Woche von 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr für die Tafel zu engagieren.

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Warenspenden für die Tafel – So nicht!

Auch Menschen mit wenig Geld wollen keine abgelaufenen und verdorbenen Lebensmittel

Immer häufiger werden in letzter Zeit nachts vor der Tafel in Friedrichshafen Lebensmittel kommentarlos hingestellt. So auch letzte Woche, als fünf Kisten gefüllt mit Lebensmitteln aller Art plötzlich morgens vor der Tafel standen. Sie enthielten Konserven, Gläser, Dosen und Plastikverpackungen mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum schon sehr lange abgelaufen war, teilweise sogar zehn Jahre zurücklag. Etliche Lebensmittel waren offenkundig auch verdorben. Hat da jemand vielleicht  einen alten Vorratsschrank geplündert und dachte mit dieser Spende, er würde Gutes tun, in dem er all die vergammelten Lebensmittel heimlich vor die Tafel stellte? Gerade noch gut genug für bedürftige Häfler?

„So nicht“, beschweren sich die Mitarbeiter der Tafel, die es mittlerweile auch leid sind, immer wieder kistenweise abgelaufene uralte Nahrungsmittel entsorgen zu müssen. „Unsere Kunden sind doch keine Menschen zweiter Klasse,  die mit billiger verdorbener Wegwerfware abgespeist werden“, erklärt auch die Tafel-Vorsitzende Renate Köster.

Die Tafel sammelt überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und gibt diese günstig an Menschen in Not weiter. Das macht Sinn, denn  in Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss, und dennoch haben nicht alle Menschen, auch in Friedrichshafen, ihr tägliches Brot und sind deshalb auf die Tafel angewiesen.

Was darf aber gespendet werden? „Wir müssen wissen, wo die Ware herkommt und sie persönlich annehmen“, so der Marktleiter der Friedrichshafener Tafel, Günter Daub. „Erst nach sorgfältiger Prüfung können wir dann entscheiden, ob wir diese Lebensmittel weiter verkaufen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel soll nicht, oder wenigstens nur kurz, abgelaufen sein. Außerdem  müssen wir uns genau an die EU-Richtlinien halten“ so der Marktleiter der Tafel, erklärt der Marktleiter der Tafel weiter. Die Europäische Union hat zum Schutz der Verbraucher eine Verordnung erlassen, die alle Beteiligten in der Lebensmittelkette verpflichtet, die lückenlose Rückverfolgbarkeit  ihrer Produkte jederzeit zu gewährleisten.  Anonyme Spenden sind deshalb für die Friedrichshafener Tafel  unbrauchbar.

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