Aktuelles

09.02.2018

800 Lebensmittel und Hygieneartikel für die Tafel

Nach dem Desaster eines Wasserrohrbruchs Ende letzten Jahres, weshalb die Tafel alle Waren wegwerfen musste, brachten viele Häfler Tüten voller haltbarer Lebensmittel und Hygieneartikel persönlich in die Tafel, um die leeren Regale wieder etwas zu füllen. Einige Betriebe und Privatpersonen haben auch mit Geldspenden kräftig nachgeholfen. So haben zum Beispiel auch die beiden Kauflandfilialen in Manzell und im Bodenseecenter einen vierstelligen Betrag gespendet und eine Aktion für Sachspenden organisiert. Im Kaufland in Manzell haben sehr viele Kunden mehr eingekauft und in bereitgestellte Kisten am Ausgang gelegt. Etwa 800 Lebensmittel und Hygieneartikel kamen zusammen, was die bedürftigen Bürger in Friedrichshafen in den nächsten Tagen besonders freuen wird. Die gleiche Aktion findet auch am Samstag, 02.03. von 09 Uhr bis 13 Uhr im Kaufland im Bodenseecenter statt. Täglich besuchen 60 bis 90 Menschen die Tafel, die auf eine solche Unterstützung des Lebensunterhalts angewiesen sind. Über 1600 Menschen aus Friedrichshafen und Umgebung unterstützt die Tafel, davon mehr als 650 Minderjährige

Die Tafelkunden und Mitarbeiter sind für die vielen Spenden aus der Häfler Bevölkerung in den letzten Wochen sehr dankbar. Für den Tafelvorstand, Dieter Stauber, ist die „Solidarität der Friedrichshafener einfach überwältigend. Jetzt muss nur noch unter anderem der Keller, wo sich das Lager befindet, saniert werden, dann geht es wieder aufwärts mit der Arbeit in der Tafel.“

 

 

09.01.2018

Ab dem 10.01. öffnet der Tafel-Laden wieder zu den üblichen Öffnungszeiten, aber leider nur  eingeschränkt

Für unsere Kunden bedeutet die Schließung der Tafel für zwei Wochen eine sehr schwierige Situation, denn wo sonst können sie sich so günstig für wenig Geld Lebensmittel besorgen. Deshalb bitten wir unsere Kunden auch für die letzten  Wochen, die aufgrund eines Wasserrohrbruchs vor der verschlossenen Tafel-Türen standen, um Entschuldigung. Der Tafel-Laden öffnet wieder am 10.01, aber leider nur eingeschränkt. Der Verkaufs- und Vorbereitungsraum kann unbedenklich seinen Betrieb aufnehmen. Doch wie ein Schadensregulierer der Dekra im Auftrag der Versicherungen am 9.01. feststellte, sind im Keller, dem Lagerraum der Tafel, noch dringende Renovierungsarbeiten notwendig.

Deshalb hat die Tafel Friedrichshafen in der nächsten Zeit leider auch nur ein sehr begrenztes Angebot. Wir, die  Mitarbeiter der Tafel, versuchen, so viel wie möglich an Waren zu beschaffen und auf allerkleinstem Raum zu lagern , um wenigstens die notwendigsten Lebensmittel für unsere Kunden bereit zu stellen.

 

3.1.2018

Tafel ist noch wegen eines Wasserschadens geschlossen

 Einen Tag nach Weihnachten waren aufgrund eines Wasserschadens Teile des Tafel-Ladens überschwemmt. Betroffen waren auch der Keller und das Warenlager der Tafel. Deshalb bleibt die Tafel Friedrichshafen derzeit geschlossen.

Der Schaden ist größer, als anfangs angenommen. Am Freitag entsorgten beherzte ehrenamtliche Mitarbeiter des Tafelladens sämtliche Lebensmittel und andere Waren aus den Regalen im Laden und im Keller in einen großen Container. Anschließend wurden die Räume der Tafel gereinigt und desinfiziert. Weitere Renovierungs- und Malerarbeiten stehen noch an.

Selbst, wenn die erst im Oktober neu bezogene Tafel wieder hergerichtet ist, fehlen immer noch die Waren. Vom Putzlappen bis hin zu Lebensmitteln, Hygiene-Artikeln und andere Dinge fürs tägliche Leben  müssen wieder neu besorgt werden. Für Friedrichshafener mit sehr geringem oder gar keinem Einkommen eine schwierige Situation, dass sie ausgerechnet nach den Feiertagen vor verschlossener Türe stehen und sich keine Lebensmittel besorgen können.

22.12.2018: Haareschneiden für Nudeln, Kaffee und Shampoo

Ausgerechnet bei einer Terminvergabe für Haareschneiden hatte Ulis Greco eine haarig-gute Idee, wie er mit Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten bedürftigen Menschen in Friedrichshafen helfen konnte.

Ulis Greco von dem men’s need BARBERSHOP in Friedrichshafen ist in der Tat so ein beliebter Barbier und Friseur, dass er doppelt so viele Termine braucht, wie er tatsächlich vereinbaren kann. Aus der Not machte der Häfler in der Vorweihnachtszeit eine Tugend und versteigerte ab September 2018 jeden Freitag den 16:00 Uhr und 17:00 Uhr Termin, sowie alle Termine der letzten neun Arbeitstage vor Heilig Abend für seine beliebten Haarschnitte & Bartpflege. Ulis Creco war es ein großes Anliegen,  dass die Spendengelder bedürftigen Menschen aus Friedrichshafen zugute kommen. Dazu gehören natürlich die Kunden der Tafel Friedrichshafen.

Damit die Friedrichshafener mit kleinstem oder gar keinem Einkommen auch eine Freude zu Weihnachten haben, kaufte Ulis Greco von den ersten gespendeten 1.250 € viele Waren beim Marktkauf, die die Mitarbeiter noch vor Weihnachten abholten und gleich auch im Tafelladen für wenige Cent, einem eher symbolischen Wert, abgeben konnten.

O-Ton einer Ehrenamtlichen, die am letzten Freitag vor Heilig Abend in der Tafel arbeitete: „Unsere Kunden sind begeistert. Selten finden sie bei uns so viele gute Waren auf einmal. Sie durften sich an der Schokolade bedienen. Sie konnten Kaffee, Zucker, Milch ja sogar Duschgel erwerben. Sie haben uns am Morgen die Bude eingerannt und sind glücklich mit vollen Taschen gegangen. Schade, dass wir nicht immer so viele Waren haben.“

Insgesamt kam eine Spendensumme von knapp 3.400 € zusammen. Auch für die restliche Summe wird Ulis Greco nochmals der Tafel so beliebte Waren zukommen lassen, wie zum Beispiel Schokolade, Kaffee, Zucker, Nudeln, Reis, Konserven, Seife und Shampoo.

Offiziell wurde die die gesammelte Spende am 22. Dezember im men’s need BARBERSHOP als  Weihnachtsgeschenk an die Spendenempfänger übergeben.

(Auf dem Foto Ulis Greco und der Vorsitzenden der Tafel Friedrichshafen, Dieter Stauber)

 

14.12.2018: Geschenke von Kindern für Kinder an die Tafel

56 Päckchen haben die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte beim Klinikum auch dieses Jahr wieder der Tafel Friedrichshafen in der Keplerstraße gebracht. Dafür haben die Kita-Kinder mit ihren Eltern jedes Geschenk in buntes Papier eingepackt. Aufkleber informieren auf jedem einzelnen Paket, ob es für ein Mädchen oder Buben und für welches Alter es gedacht ist. Manches Mal trennten sich die kleinen Spender auch schweren Herzens vom heißgeliebten Auto, dem Gutenachtbuch, dem liebsten Kuscheltier oder einem anderen Spielzeug und die Eltern legten noch etwas zum Naschen obendrauf.

„Wenn hier gerade die kleinen Kinder ein Spielzeug verschenken, erleben sie auch hautnah, was spenden bedeutet“, erklärt die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte beim Klinikum, Doris Baumgartl. „Die Kinder sind von Anfang an in die Spende eingebunden, beim Packen der Päckchen, beim Sammeln in der Kita und beim gemeinsamen Transport in die Tafel. Das ist eine wichtige positive Erfahrung für die Kleinen.“

Seit sieben Jahren organisiert sie diese Aktion mit ihren Kindern für andere Kinder einkommensschwacher Eltern, die auf die Unterstützung der Friedrichshafener Tafel angewiesen sind.

Täglichen kommen 60-90 Kunden in den Laden in der Keplerstraße, um für wenige Cent, eher einem symbolischen Wert, Lebensmittel zu erwerben, die von Supermärkten, Discountern, Bäckereien, Metzgereien und andere Läden gespendet wurden. Über 1600 Menschen aus Friedrichshafen und Umgebung unterstützt die Tafel, davon über 650 Minderjährige. Einige kleine Kinder der Tafelkunden werden sich dieses Jahr über die Weihnachtspäckchen von den Kindern der evangelischen Kindertagesstätte beim Klinikum außerordentlich freuen.

 

16.09.2018: Eröffnung der neuen Tafel

 

Landrat Lothar Wölfle, Bürgermeister Dr. Stefan Köhler und der Vorsitzende der Tafel Friedrichshafen, Dieter Stauber,  anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen Ladengeschäftes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Endlich ist es geschafft. Der neue Tafelladen ist fertig. Kunden und ehrenamtliche Mitarbeiter fühlen sich in diesen neuen Räumen sehr wohl. Die  Arbeitsbedingungen der Ehrenamtlichen haben sich deutlich verbessert. Die Kunden, darunter auch viele alte Menschen mit Rollator, besuchen nun ein barrierefreies Ladengeschäft, in dem mehr Waren und unterschiedlichste Produkte  angeboten werden. Die hellen großen Räume sind nicht nur mit neuen sehr praktischen Möbeln, wie zum Beispiel einer Gemüseinsel, ausgestattet, hier gibt es jetzt auch einen großen Vorbereitungsraum, zwei kombinierte Kühlzellen, eine separate Warenanlieferung und ein eigenes Lager im Kellergeschoss.

Der Umzug, Renovierungsarbeiten und wichtige Einbauten im neuen Tafelladen haben die Tafel Friedrichshafen rund 70.000 € gekostet. Eine solch hohe Summe könnte der Tafelverein niemals aufbringen, hätte er nicht ein zweckgebundenes Vermächtnis von über 53.000 € von einem verstorbenen Spender erhalten. Dieses Geld hat die Tafel solange für ein neues Ladengeschäft zurückgelegt, bis sie die passenden Räumlichkeiten in der Keplerstraße gefunden hatte. Auch wenn die Architekten die Planungen ehrenamtlich vorgenommen und einige Handwerker günstiger ihre Arbeiten angeboten haben, wäre ohne die Rücklagen aus dem Vermächtnis  der Umzug in dieses große helle Ladengeschäft niemals möglich gewesen. Knapp die Hälfte der Kosten musste für die Anschaffung von zwei neuen Kühlräumen verwendet werden, denn der alte Kühlraum war nicht mehr funktionsfähig. Das Vermächtnis konnte so im Sinne des Verstorbenen sinnvoll verwendet worden.

Die Tafel ist weiter auf Geldspenden angewiesen, denn mit dem Erlös aus dem Verkauf sehr günstiger Lebensmittel kann sich der Laden nicht selbst finanzieren. Deshalb freute sich der Vorsitzende, Dieter Stauber, sehr über eine großzügige Zuwendung von 10.000 € von Oberbürgermeister Andreas Brand, welche Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen, der Tafel anlässlich der Eröffnung überreichte.

Die Tafel bedankt sich sehr herzlich bei ihren Geld- und Warenspendern, durch deren Engagement dieser Laden erst möglich ist.

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Verblüffende neue Zahlen von der Tafel

Über 1150 Menschen werden unterstützt, aber zu wenig ehrenamtliche Mitarbeiter

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Ohne Ausweis geht in der Tafel gar nichts – Die meisten Kunden finden das gut.

Wie viele Kunden kommen täglich zur Friedrichshafener Tafel und wie viele Tafelausweise sind eigentlich im Umlauf?

Seit 15 Jahren gibt es nun schon die Tafel in der Hofener Straße in Friedrichshafen, die täglich von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr (Samstag bis 12:00 Uhr) geöffnet ist und Menschen, die nur über sehr wenig Geld verfügen, mit den nötigsten Lebensmitteln unterstützt. Diese Waren, überschüssige aber noch gute Spenden, werden jeden Tag aufs Neue von den Mitarbeitern der Tafel in Supermärkten, Bäckereien und anderen Geschäften eingesammelt, im Laden aufbereitet und für sehr wenig Geld, einem eher symbolischen Betrag, an die Kunden verkauft. In dem Laden darf nur einkaufen, wer einen Tafelausweis hat, also nachweislich über ein sehr niedriges oder gar kein Einkommen verfügt. Der Ausweis wird zum Beispiel im Sozialamt, bei der Caritas, der Sozialdiakonie oder im Landratsamt ausgestellt.

Die Mitarbeiter der Tafel wollten es genau wissen und erfassten alle Ausweise, die vom 30.5.2016 bis zum 6.12.2016 im Laden der Tafel vorgelegt wurden. Die erste Auswertung dieser knapp sieben Monate war verblüffend. Täglich kommen circa 75-92 Menschen zur Friedrichshafener Tafel. 440 Tafelausweise wurden erfasst. Außer dem Namen der Ausweisinhaber und der Anzahl der Personen, die in diesem Haushalt leben, wurde auch das Herkunftsland notiert. Da staunten selbst die Tafelmitarbeiter nicht schlecht. Über 1.150 Personen werden von der Tafel unterstützt, davon ca. 435 Kinder unter 18 Jahren. Durchschnittlich profitieren 225 Menschen täglich von der Tafel. Die meisten Kunden sind Deutsche und Syrer.

Nicht immer verlassen die Kunden auch zufrieden den Laden der Tafel. Da das Warenangebot ausschließlich aus Spenden besteht, ist es natürlich schwankend. Mal gibt es keine Nudeln, mal keine Wurst, mal sind nur sehr wenig Milchprodukte im Kühlregal. Deshalb kann die Tafel diese vielen Menschen, die sich oft in einer Notsituation befinden, nicht vollständig versorgen. „Die Tafel ist kein Ersatz zum Einkauf im Supermarkt, aber sie ist eine wertvolle Ergänzung zum Lebensunterhalt“, erklärt zu diesem heiklen Thema der Tafel-Vorsitzende, Dieter Stauber, der sich im letzten halben Jahr oft genug auch persönlich ein Bild davon machte. Und er hat ein zweites wichtiges Anliegen. Immer wieder braucht die Tafel auch neue Mitarbeiter, um den Betrieb, so wie er heute funktioniert, am Laufen zu halten. Nur etwa 25 Ehrenamtliche arbeiten zur Zeit in festen Schichten in der Tafel und das führt oft genug zu Engpässen. Deshalb werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die bereit sind, sich einen Tag in der Woche von 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr für die Tafel zu engagieren.

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Warenspenden für die Tafel – So nicht!

Auch Menschen mit wenig Geld wollen keine abgelaufenen und verdorbenen Lebensmittel

Immer häufiger werden in letzter Zeit nachts vor der Tafel in Friedrichshafen Lebensmittel kommentarlos hingestellt. So auch letzte Woche, als fünf Kisten gefüllt mit Lebensmitteln aller Art plötzlich morgens vor der Tafel standen. Sie enthielten Konserven, Gläser, Dosen und Plastikverpackungen mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum schon sehr lange abgelaufen war, teilweise sogar zehn Jahre zurücklag. Etliche Lebensmittel waren offenkundig auch verdorben. Hat da jemand vielleicht  einen alten Vorratsschrank geplündert und dachte mit dieser Spende, er würde Gutes tun, in dem er all die vergammelten Lebensmittel heimlich vor die Tafel stellte? Gerade noch gut genug für bedürftige Häfler?

„So nicht“, beschweren sich die Mitarbeiter der Tafel, die es mittlerweile auch leid sind, immer wieder kistenweise abgelaufene uralte Nahrungsmittel entsorgen zu müssen. „Unsere Kunden sind doch keine Menschen zweiter Klasse,  die mit billiger verdorbener Wegwerfware abgespeist werden“, erklärt auch die Tafel-Vorsitzende Renate Köster.

Die Tafel sammelt überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und gibt diese günstig an Menschen in Not weiter. Das macht Sinn, denn  in Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss, und dennoch haben nicht alle Menschen, auch in Friedrichshafen, ihr tägliches Brot und sind deshalb auf die Tafel angewiesen.

Was darf aber gespendet werden? „Wir müssen wissen, wo die Ware herkommt und sie persönlich annehmen“, so der Marktleiter der Friedrichshafener Tafel, Günter Daub. „Erst nach sorgfältiger Prüfung können wir dann entscheiden, ob wir diese Lebensmittel weiter verkaufen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel soll nicht, oder wenigstens nur kurz, abgelaufen sein. Außerdem  müssen wir uns genau an die EU-Richtlinien halten“ so der Marktleiter der Tafel, erklärt der Marktleiter der Tafel weiter. Die Europäische Union hat zum Schutz der Verbraucher eine Verordnung erlassen, die alle Beteiligten in der Lebensmittelkette verpflichtet, die lückenlose Rückverfolgbarkeit  ihrer Produkte jederzeit zu gewährleisten.  Anonyme Spenden sind deshalb für die Friedrichshafener Tafel  unbrauchbar.

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