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Politiker in der Tafel

Am bundesweiten Tafeltag, dem 16. September 2017, informierten sich persönlich im Tafelladen (von links nach rechts) Markus Böhlen (Die Grünen), Alice Weidel (AFD), Christian Steffen-Stiel (FDP), Leon Hahn (CDU), Claudia Haydt (Die Linke), Lothar Riebsamen (CDU) bei Dieter Stauber, dem Vorsitzendem der Tafel Friedrichshafen.

 

Verblüffende neue Zahlen von der Tafel

Über 1150 Menschen werden unterstützt, aber zu wenig ehrenamtliche Mitarbeiter

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Ohne Ausweis geht in der Tafel gar nichts – Die meisten Kunden finden das gut.

Wie viele Kunden kommen täglich zur Friedrichshafener Tafel und wie viele Tafelausweise sind eigentlich im Umlauf?

Seit 15 Jahren gibt es nun schon die Tafel in der Hofener Straße in Friedrichshafen, die täglich von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr (Samstag bis 12:00 Uhr) geöffnet ist und Menschen, die nur über sehr wenig Geld verfügen, mit den nötigsten Lebensmitteln unterstützt. Diese Waren, überschüssige aber noch gute Spenden, werden jeden Tag aufs Neue von den Mitarbeitern der Tafel in Supermärkten, Bäckereien und anderen Geschäften eingesammelt, im Laden aufbereitet und für sehr wenig Geld, einem eher symbolischen Betrag, an die Kunden verkauft. In dem Laden darf nur einkaufen, wer einen Tafelausweis hat, also nachweislich über ein sehr niedriges oder gar kein Einkommen verfügt. Der Ausweis wird zum Beispiel im Sozialamt, bei der Caritas, der Sozialdiakonie oder im Landratsamt ausgestellt.

Die Mitarbeiter der Tafel wollten es genau wissen und erfassten alle Ausweise, die vom 30.5.2016 bis zum 6.12.2016 im Laden der Tafel vorgelegt wurden. Die erste Auswertung dieser knapp sieben Monate war verblüffend. Täglich kommen circa 75-92 Menschen zur Friedrichshafener Tafel. 440 Tafelausweise wurden erfasst. Außer dem Namen der Ausweisinhaber und der Anzahl der Personen, die in diesem Haushalt leben, wurde auch das Herkunftsland notiert. Da staunten selbst die Tafelmitarbeiter nicht schlecht. Über 1.150 Personen werden von der Tafel unterstützt, davon ca. 435 Kinder unter 18 Jahren. Durchschnittlich profitieren 225 Menschen täglich von der Tafel. Die meisten Kunden sind Deutsche und Syrer.

Nicht immer verlassen die Kunden auch zufrieden den Laden der Tafel. Da das Warenangebot ausschließlich aus Spenden besteht, ist es natürlich schwankend. Mal gibt es keine Nudeln, mal keine Wurst, mal sind nur sehr wenig Milchprodukte im Kühlregal. Deshalb kann die Tafel diese vielen Menschen, die sich oft in einer Notsituation befinden, nicht vollständig versorgen. „Die Tafel ist kein Ersatz zum Einkauf im Supermarkt, aber sie ist eine wertvolle Ergänzung zum Lebensunterhalt“, erklärt zu diesem heiklen Thema der Tafel-Vorsitzende, Dieter Stauber, der sich im letzten halben Jahr oft genug auch persönlich ein Bild davon machte. Und er hat ein zweites wichtiges Anliegen. Immer wieder braucht die Tafel auch neue Mitarbeiter, um den Betrieb, so wie er heute funktioniert, am Laufen zu halten. Nur etwa 25 Ehrenamtliche arbeiten zur Zeit in festen Schichten in der Tafel und das führt oft genug zu Engpässen. Deshalb werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die bereit sind, sich einen Tag in der Woche von 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr für die Tafel zu engagieren.

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Warenspenden für die Tafel – So nicht!

Auch Menschen mit wenig Geld wollen keine abgelaufenen und verdorbenen Lebensmittel

Immer häufiger werden in letzter Zeit nachts vor der Tafel in Friedrichshafen Lebensmittel kommentarlos hingestellt. So auch letzte Woche, als fünf Kisten gefüllt mit Lebensmitteln aller Art plötzlich morgens vor der Tafel standen. Sie enthielten Konserven, Gläser, Dosen und Plastikverpackungen mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum schon sehr lange abgelaufen war, teilweise sogar zehn Jahre zurücklag. Etliche Lebensmittel waren offenkundig auch verdorben. Hat da jemand vielleicht  einen alten Vorratsschrank geplündert und dachte mit dieser Spende, er würde Gutes tun, in dem er all die vergammelten Lebensmittel heimlich vor die Tafel stellte? Gerade noch gut genug für bedürftige Häfler?

„So nicht“, beschweren sich die Mitarbeiter der Tafel, die es mittlerweile auch leid sind, immer wieder kistenweise abgelaufene uralte Nahrungsmittel entsorgen zu müssen. „Unsere Kunden sind doch keine Menschen zweiter Klasse,  die mit billiger verdorbener Wegwerfware abgespeist werden“, erklärt auch die Tafel-Vorsitzende Renate Köster.

Die Tafel sammelt überschüssige, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel und gibt diese günstig an Menschen in Not weiter. Das macht Sinn, denn  in Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss, und dennoch haben nicht alle Menschen, auch in Friedrichshafen, ihr tägliches Brot und sind deshalb auf die Tafel angewiesen.

Was darf aber gespendet werden? „Wir müssen wissen, wo die Ware herkommt und sie persönlich annehmen“, so der Marktleiter der Friedrichshafener Tafel, Günter Daub. „Erst nach sorgfältiger Prüfung können wir dann entscheiden, ob wir diese Lebensmittel weiter verkaufen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel soll nicht, oder wenigstens nur kurz, abgelaufen sein. Außerdem  müssen wir uns genau an die EU-Richtlinien halten“ so der Marktleiter der Tafel, erklärt der Marktleiter der Tafel weiter. Die Europäische Union hat zum Schutz der Verbraucher eine Verordnung erlassen, die alle Beteiligten in der Lebensmittelkette verpflichtet, die lückenlose Rückverfolgbarkeit  ihrer Produkte jederzeit zu gewährleisten.  Anonyme Spenden sind deshalb für die Friedrichshafener Tafel  unbrauchbar.

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